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Archive for the ‘Florilegium Historicum’ Category

Je n’avois qu’à conserver et durer, qui sont effects sourds et insensibles. L’innovation est de grand lustre, mais elle est interdicte en ce temps, où nous sommes pressez et n’avons à nous deffendre que des nouvelletés. L’abstinence de faire est souvent aussi genereuse que le faire, mais elle est moins au jour; et ce peu que je vaux est quasi tout de ce costé là.

Michel de Montaigne: Essais, vol. 3, Paris 1588, p. 460v-461.

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Es giebt wenig Menschen, die sich mit dem Nächstvergangenen zu beschäftigen wissen. Entweder das Gegenwärtige hält uns mit Gewalt an sich, oder wir verlieren uns in die Vergangenheit und suchen das völlig Verlorene, wie es nur mölich seyn will, wieder hervorzurufen und herzustellen.

Johann Wolfang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften, vol. 2, Tübingen 1809, p. 152.

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Der Begriff der Emigration gab es damals [1933] in Deutschland nicht. Man wußte, Marx, Engels hatten sich ihrer Zeit nach London begeben, um ihre Stunde abzuwarten. In neuerer Zeit waren einige Spanier nach Paris gereist, um den politischen Verhältnissen in ihrer Heimat zu entgehen. Man kannte politische Flüchtlinge, aber den massiven, ethisch untermauerten Begriff der Emigration, wie er nach 1933 bei uns gang und gäbe wurde, kannte man nicht. Man kannte natürlich auch die russischen Emigranten, aber bei denen lag Flucht vor gegenüber Ermordetwerden, das war eine vitale Reaktion, kein gesinnungshafter Protest gegen eine andere Gesinnung – und wer war 1933 fähig und bereit, den 30. Januar in Berlin mit dem 8. November 1917 in Petersburg zu vergleichen? Wenn nun also Angehörige meiner Generation und meines Gedankenkreises Deutschland verließen, emigrierten sie noch nicht in dem späteren polemischen Sinne, sondern sie zogen es vor, persönlichen Fährnissen aus dem Wege zu gehen, die Dauer und die Intensität dieses Fortgehens sah wohl keiner von ihnen genau voraus. Es war mehr eine Demonstration als eine Offensive, mehr ein Ausweichen als eine Aktion. Emigration als Führerfronde war kein bei uns bekannter Begriff.

Gottfried Benn: Doppelleben, in: Sämtliche Werke, Stuttgarter Ausgabe, Gerhard Schuster ed., vol. 5, Prosa 3, Stuttgart 1986, p. 83.

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Man steht mit der Natur gerade in so unbegreiflich verschiedenen Verhältnissen, wie mit den Menschen; und wie sie sich dem Kinde kindisch zeigt, und sich gefällig seinem kindlichen Herzen anschmiegt, so zeigt sie sich dem Gotte göttlich, und stimmt zu dessen hohem Geiste. Man kann nicht sagen, daß es eine Natur gebe, ohne etwas überschwengliches zu sagen, und alles Bestreben nach Wahrheit in den Reden und Gesprächen von der Natur entfernt nur immer mehr von der Natürlichkeit. Es ist schon viel gewonnen, wenn das Streben, die Natur vollständig zu begreifen, zur Sehnsucht sich verdelt, zur zarten, bescheidnen Sehnsucht, die sich das fremde, kalte Wesen gern gefalen läßt, wenn sie nur einst auf vertrauteren Umgang rechnen kann.

Novalis [Georg Philipp Friedrich von Hardenberg]: Die Lehrlinge zu Sais, in: Schriften, Friedrich Schlegel and Ludwig Tieck ed., Berlin 1802, p. 159–246, 177.

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Den 24sten [1785]. Heute schrieb ich an meine Freunde in Teutschland und Bourdeaux und eilte dann Nachmittags zu Herrn Bachmann, um den Einzug der Königinn nicht zu versäumen […]. Es waren in allem 20 Kutschen, jede mit 8 Pferden bespannt. […] Aber kaum hatte ich in mir diese Bemerkungen gemacht, so beobachtete ich an Männern und Frauen auf dem Balcon neben mir eine Art Staunen in ihren Blicken auf einander, und endlich ein leises Fragen: Was ist das? alle Strasen voll Menschen, und niemand ruft: Vive la Reine! Die todte Stille war auffallend im Vergleich des Rufens beym Einzug des Königs. Ein Mann von vielem Geist sagte mir: Sie sehen einen Zug des Volks, welches den Muth hat, sein Misvergnügen zu zeigen. Es trägt Lasten, aber es kriecht nicht, wie die Grosen: Man hat etwas gegen die Königinn, und zeigt ihr, daß man nur der Pracht des Zuges zu liebe kam, nicht für ihre Person. Die Verbindung des Vergnügens der Neugierde und das Schweigen des Widerwillens in so viel tausend Menschen, wie abgeredet, dünkte mich traurig; ich wünschte nicht heute Königinn zu seyn.

[Sophie von La Roche]: Journal einer Reise durch Frankreich, Altenburg 1787, p. 369-371.

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Lady Kinnaird was in the boulevards the day Napoleon entered. Several carriages came in, but no Emperor; then came his regiments crying, “Vive l’Empereur” – not a word from any one. They tried “Vive Buonaparte“; still silence. Then Lady Kinnaird says the dragoons galloped into the people, and, holding out their pistols, cried, “Donc vive l’Empereur“; yet not a word was said. The shops and windows were shut; not a genteel person showed herself – none but the bas people; no waving of handkerchiefs.

John Cam Hobhouse, Baron Broughton: Recollections of a Long Life. With Additional Extracts from His Private Diaries, ed. by Charlotte Carleton, Baroness Dorchester, vol. 1, London 1910, p. 247 [diary entry of April 13, 1815].

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“When you think about it, a lot of things have happened already,” Ennis added. “That’s what history is.”

Historians Politely Remind Nation To Check What’s Happened In Past Before Making Any Big Decisions, the Onion (September 28, 2011).

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